Cochlea-Implantate an der HNO-Klinik

Ein Cochlea Implantat (CI) ist eine technische Hörprothese, die die Funktion der Hörschnecke in gewissem Maße ersetzen kann. Während ein Hörgerät nur den Schall verstärkt, um so die Sprache für den Schwerhörigen verständlich zu machen, wandelt das CI den Schall in elektrische Impulse um. Diese werden dem Hörnerv in einem bestimmten Muster zugeleitet, das z.B. einem gesprochenen Wort entspricht.

Das erste Cochlea Implantat (CI) an der Charité – Universitätsmedizin Berlin wurde bereits vor über 25 Jahren implantiert.

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Was ist ein Cochlear-Implant (CI)?

Bei Normalhörenden wird der Schall über das äußere Ohr zum Trommelfell und von dort über die Gehörknöchelchen des Mittelohres zum Innenohr geleitet. Hier setzt die flüssigkeitsgefüllte Hörschnecke (Cochlea) die akustische Information in elektrische Impulse um. D.h. die Hörschnecke hat stark vereinfacht ausgedrückt die Funktion eines körpereigenen Mikrofons. Die elektrischen Impulse werden dann über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet.

Vielen Hörstörungen liegt eine Störung im Bereich des Innenohres zugrunde – es wird dann von einer Innenohr- oder cochleären Hörstörung gesprochen:

  • Die Innenohrfunktion kann dabei komplett ausgefallen sein (Taubheit).
  • Ist die Innenohrfunktion so stark reduziert, dass auch mit Verstärkung durch Hörgeräte kein Sprachverstehen mehr ermöglicht, spricht man von Resthörigkeit.

In beiden Fällen sind die sogenannten Haarzellen in der Hörschnecke funktionslos oder stark beeinträchtigt.

Ein Cochlea Implantat (CI) ist eine technische Hörprothese, die die ausgefallene Funktion der Hörschnecke in gewissem Maße ersetzen kann. Während ein Hörgerät nur den Schall verstärkt, um so die Sprache für den Schwerhörigen verständlich zu machen, wandelt das CI den Schall in elektrische Impulse um. Diese werden dem Hörnerv in einem bestimmten Muster zugeleitet, das z.B. einem gesprochenen Wort entspricht.

Wie funktioniert ein CI?

© Cochlear Limited 2014
  • Der Sprachprozessor (auch Audioprozessor genannt) wird heute vorwiegend hinter dem Ohr getragen und beinhaltet auch das Mikrofon, das den Schall aus der Umgebung aufnimmt. Er analysiert die ankommenden Schallsignale, passt sie mit Hilfe eines eingebauten Computers an die elektrische Empfindlichkeit des Hörnervs des jeweiligen Patienten an und übermittelt die entsprechenden elektrischen Impulse über ein Kabel an die Sendespule.
  • Die Sendespule ist ein Plättchen, das etwas größer als ein 2 € - Stück ist und mittels eines eingebauten Magnetes hinter dem Ohr auf der Kopfhaut gehalten wird.
  • Unter der Haut direkt gegenüber der Sendespule sitzt der Implantatkörper (Empfänger / Stimulator), der operativ unter die Kopfhaut eingebracht wird. Der Implantatkörper beinhaltet neben der Elektronik zur Ansteuerung der Stimulationselektroden eine Antenne, welche die elektrischen Impulse zusammen mit der erforderlichen Energie von der Sendespule empfängt sowie einen Magneten, der dafür sorgt, dass die Sendespule direkt über dem Implantat hält.
  • Die Implantatelektronik bereitet die elektrischen Impulse so auf, dass sie über die ebenfalls zum Implantat gehörenden Stimulationselektroden, die operativ in die Hörschnecke eingebracht werden, als elektrische Reize den Hörnerven aktivieren. Über die Hörbahn werden dann die für das Hören zuständigen Bezirke im Gehirn angeregt.
  • Für eine elektrische Stimulation wird generell neben den aktiven Elektroden (Elektroden in der Hörschnecke) eine sogenannte Referenz- oder Gegenelektrode benötigt. Diese Funktion übernimmt eine Elektrode, die operativ unter den Temporalis-Muskel geschoben wird oder auch direkt am Implantatkörper angebracht ist.

Es gibt CI-Systeme unterschiedlicher Hersteller, die Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde verwenden die Implantate der Firmen Cochlear und MED-EL.

Wem kann mit einem CI geholfen werden?

Für eine Cochlea-Implantation kommen spätertaubte Erwachsene und Kinder ebenso in Frage wie frühertaubte oder gehörlos geborene Kinder, wobei hier eine möglichst frühzeitige Implantation (mgl. 1./2. Lebensjahr) für den Versorgungserfolg maßgebend ist, da bei Kindern die Reifung der Hörbahn und der Spracherwerb entscheidend von möglichst frühen und umfassenden Höreindrücken abhängig sind. Hingegen ist bei Erwachsenen, die nach abgeschlossenem Spracherwerb ertaubt sind, auch noch nach vielen Jahren der Taubheit eine Implantation möglich.
Auch ein- oder beidohrig Resthörige können erfolgreich mit einem Cochlea-Implantat behandelt werden.
Grundsätzlich kommen für Cochlea-Implantat- Versorgungen Patienten in Frage, bei denen mit Cochlea-Implantaten ein besseres Hören und Sprachverstehen als mit Hörgeräten absehbar zu erreichen sein wird. Das ist etwa dann der Fall, wenn ein Patient in einem Hörtest mit einsilbigen Worten bei einem Sprachschallpegel von 65 dB mit seinem Hörgerät weniger als 50 % der Worte versteht.
Unbedingte Voraussetzung für eine erfolgreiche Cochlea-Implantation sind die Funktionstüchtigkeit der neuralen Hörbahn sowie der zentralen Hörverarbeitung.
Die Erfolgsaussichten hängen von vielen Faktoren ab. Hierzu zählen Beginn und Dauer der Taubheit ebenso wie Motivation und Lernfähigkeit des Patienten. Schließlich spielt das soziale Umfeld - Familie, Kindergarten, Schule, Arbeitsbereich - eine wichtige Rolle.